Für viele hat das Arbeitsleben und der Alltag gefühlt erst gestern wieder begonnen. Die ersten E-Mails sind geschrieben, Termine stehen, Routinen greifen langsam wieder. Und doch merken viele schon jetzt: Die Energie fühlt sich anders an. Reduzierter. Fragiler. Vielleicht nicht dramatisch, aber spürbar.
Dieses Gefühl kommt oft überraschend. Schließlich war doch gerade erst eine Pause. Ein Jahreswechsel. Vielleicht sogar ein paar freie Tage. Und trotzdem stellt sich nicht das erwartete Gefühl von Frische und Tatendrang ein, sondern eher eine leise Müdigkeit, ein inneres Zögern oder das Bedürfnis, langsamer zu werden, bevor es überhaupt richtig losgeht.
Viele interpretieren das als persönliches Versagen. Als mangelnde Motivation oder fehlende Disziplin. Doch aus medizinischer wie auch aus ayurvedischer Sicht lohnt sich hier ein anderer Blick: Unser System reagiert fein auf Übergänge. Auf äußere Reize, auf innere Prozesse, auf das, was im vergangenen Jahr vielleicht zu viel war. Gerade sensible Nervensysteme, hormonelle Übergangsphasen oder langanhaltender Stress zeigen sich oft genau in solchen Momenten – nicht laut, sondern leise.
Vielleicht ist diese frühe Erschöpfung kein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt.
Vielleicht ist sie eine Einladung, genauer hinzuhören. Und genau hier beginnt ein anderes Verständnis von Energie. Eines, das nicht auf ständiges Mehr setzt, sondern auf Bewusstheit, Regulation und innere Ausrichtung.
Wenn weniger plötzlich mehr ist: Wie Sie Ihre Energie bewusst lenken, statt sich selbst zu verlieren.
Vielleicht kennen Sie dieses Gefühl. Im Außen läuft alles weiter: Aufgaben, Erwartungen, Pläne. Und doch meldet sich innerlich etwas, das leiser werden möchte. Feiner. Wahrhaftiger. Nicht, weil Sie weniger können, sondern weil Ihr System sensibler geworden ist.
In einer Welt, die Schnelligkeit und Leistung belohnt, ist das kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Hinweis. Darauf, dass es nicht mehr darum geht, noch mehr zu tun, sondern bewusster zu sein.
Was wäre, wenn Sie dieses Jahr nicht mit Zielen beginnen, sondern mit einer ehrlichen Frage: Wie möchte ich mich in mir selbst fühlen?
Energie ist mehr als Motivation
Aus medizinischer Sicht entsteht unser Energieempfinden aus einem fein abgestimmten Zusammenspiel von Nervensystem, Hormonen, Schlaf, Stoffwechsel und Stressregulation. Anhaltende Anspannung, Reizüberflutung und fehlende Erholungsphasen können dieses Gleichgewicht aus der Balance bringen. Oft sogar sehr lange, bevor eindeutige Symptome auftreten oder bis diese so stark auftreten, dass wir sie nicht weiter ignorieren können.
Im Ayurveda wird diese grundlegende Lebenskraft Prana genannt. Sie ist feiner als Willenskraft und nachhaltiger als Disziplin. Wenn Prana frei fließt, fühlen wir uns klar, verbunden und innerlich ruhig. Ist sie geschwächt, zeigen sich häufig Erschöpfung, innere Unruhe, Gereiztheit oder das Gefühl, nicht mehr ganz bei sich zu sein.
Moderne Medizin und ayurvedisches Wissen treffen sich hier in einer gemeinsamen Aussage: Energie will gepflegt werden und kann nicht erzwungen werden.
Zurück zu dem, was Sie wirklich stärkt:
Ein erster Schritt zurück in Ihre Kraft beginnt mit ehrlicher Wahrnehmung. Nehmen Sie sich einen Moment und spüren Sie nach:
- Wann fühlen Sie sich ruhig und gleichzeitig lebendig?
- Welche Momente lassen Sie innerlich aufatmen?
- Wo erleben Sie Verbundenheit – mit sich selbst, mit anderen, mit dem Leben?
Diese Erfahrungen sind keine Nebensache. Sie wirken regulierend auf Ihr Nervensystem und stabilisierend auf Ihr inneres Gleichgewicht. Behandeln Sie sie nicht als Luxus, sondern als Grundlage. Planen Sie diese bewusst ein.
Was darf gehen, damit es leichter wird:
Genauso wichtig ist der liebevolle Blick auf das, was Energie kostet. Das können offensichtliche Dinge sein wie ständige Erreichbarkeit, fehlende Pausen oder ein zu voller Alltag. Aber auch innere Faktoren wie hohe Ansprüche an sich selbst oder das regelmäßige Übergehen eigener Grenzen.
Aus ayurvedischer Sicht zeigen sich hier häufig Ungleichgewichte:
- Ein Zuviel an Vata äußert sich oft in innerer Unruhe, Gedankenkreisen und Erschöpfung.
- Ein Überschuss an Pitta kann sich als Druck, Selbstkritik und permanentes Funktionieren zeigen.
Beobachten Sie sich dabei freundlich. Nicht mit der Frage: Was stimmt nicht mit mir?
Sondern mit Neugier: Was darf ich loslassen, damit mein System wieder in Balance kommt?
Rituale als Anker in bewegten Zeiten
Gerade in fordernden Phasen braucht der Körper Verlässlichkeit. Kleine, wiederkehrende Rituale wirken wie Anker, für das Nervensystem ebenso wie für die emotionale Ebene:
- Ein Glas warmes Wasser am Morgen
- Ein stiller Moment, bevor der Tag beginnt
- Sanfte Routinen wie Zungenschaben oder ruhige Atemzüge
- Bewusste Pausen ohne Reizüberflutung
- Ein warmes Fußbad oder eine kurze Selbstmassage am Abend
Körper: Sie sind sicher. Sie dürfen zur Ruhe kommen.
Sie müssen sich nicht weiter optimieren werden, sondern Sie dürfen einfach bei sich sein
Vielleicht ist dies 2026 kein Jahr für große Vorsätze. Vielleicht ist es ein Jahr für Ehrlichkeit. Für feineres Spüren. Für klarere Entscheidungen. Sie müssen sich nicht neu erfinden.
Fragen Sie sich immer wieder: Was stärkt mich wirklich?
Und ebenso wichtig: Was darf gehen, damit es leichter wird?
Manchmal beginnt Veränderung nicht laut. Sondern leise.
Mit dem Entschluss, sich selbst wieder zuzuhören.
Möchten Sie tiefer in dieses Thema eintauchen?
Dann lade ich Sie herzlich zu einem unverbindlichen und kostenfreien Erstberatung ein! Schon in der Erstberatung unterstütze ich Sie gerne mit Reflexionsfragen, kleinen Ritualen und Impulsen für Ihren Alltag. Schreiben Sie mir gerne, wenn Sie Interesse daran haben: kontakt@stefanie-schwarz.de

