Stefanie Schwarz Gesundheitscoaching

Mehr Raum in der Perimenopause

Warum unser Nervensystem jetzt besonders wichtig ist:

Viele Frauen erzählen mir in dieser Lebensphase denselben Satz:
„Ich funktioniere nur noch, aber ich spüre mich kaum noch.“
Vielleicht kennen Sie dieses Gefühl auch.

Die Perimenopause ist weit mehr als eine hormonelle Umstellung. Für viele Frauen wird sie zu einer Zeit, in der die äußeren Anforderungen ihren Höhepunkt erreichen, während der eigene Körper beginnt, neue Signale zu senden. Berufliche Verantwortung, Familie, pflegebedürftige Angehörige oder heranwachsende Kinder, all das trifft auf einen Organismus, der sich hormonell neu organisiert.
Und genau dann wird der Raum für sich selbst oft am knappsten.

In meinem letzten Newsletter ging es um das Element Wasser und seine Bedeutung für Regeneration, hormonelle Balance und Wohlbefinden. Heute möchte ich über etwas sprechen, das uns in der Perimenopause oft fehlt: Raum.
Im Ayurveda gibt es für diesen Raum einen eigenen Begriff: Akasha.
Keine Sorge, dabei geht es nicht um Esoterik. Vielmehr beschreibt Akasha etwas, das wir auch aus der modernen Medizin kennen: Unser Körper und unser Gehirn brauchen Phasen der Ruhe und Erholung, um sich an Veränderungen anzupassen. Regeneration ist kein Luxus, sondern eine biologische Voraussetzung dafür, dass unser Nervensystem, unser Stoffwechsel und unsere hormonellen Regelkreise flexibel auf Belastungen reagieren können.

Kurz erklärt: Was ist die Perimenopause?
Die Perimenopause ist die Übergangsphase vor der Menopause. Sie beginnt häufig schon Mitte bis Ende 40 und kann mehrere Jahre dauern. In dieser Zeit schwanken die Spiegel der Hormone Östrogen und Progesteron erheblich.

Dadurch können unter anderem folgende Beschwerden auftreten:
• Schlafstörungen
• Hitzewallungen
• innere Unruhe
• Stimmungsschwankungen
• Erschöpfung
• Konzentrationsprobleme
• Zyklusveränderungen

Nicht jede Frau erlebt alle Symptome.

Viele bemerken jedoch, dass sie empfindlicher auf Stress reagieren und mehr Zeit zur Regeneration benötigen.

Wenn das Leben immer voller wird
Viele Frauen erleben die Perimenopause in der sogenannten „Rush Hour des Lebens“.
Beruf, Familie, Partnerschaft und häufig auch die Verantwortung für alternde Eltern kommen gleichzeitig zusammen. Diese Mehrfachbelastung ist kein individuelles Versagen, sondern für viele Frauen Realität. Gleichzeitig wird die psychische Dimension der Perimenopause erst seit wenigen Jahren stärker wissenschaftlich untersucht. Neben körperlichen Veränderungen beeinflussen die hormonellen Umstellungen auch Stimmung, Stressverarbeitung und die eigene Identität.
Viele Frauen beschreiben deshalb das Gefühl, ständig zu funktionieren, aber kaum noch bei sich selbst anzukommen.

Was passiert während der Perimenopause im Körper?
Hormone wirken nicht nur auf die Fortpflanzungsorgane. Sie beeinflussen unter anderem unser Gehirn, den Stoffwechsel, den Schlaf, die Knochengesundheit, das Herz-Kreislauf-System und unser emotionales Erleben.

Besonders spannend ist ihr Einfluss auf unser Nervensystem:
Östrogen und Progesteron beeinflussen unter anderem Botenstoffe im Gehirn wie Serotonin und GABA, die unsere Stimmung, unseren Schlaf und unsere Stressverarbeitung mitregulieren. Schwanken diese Hormone, reagieren viele Frauen empfindlicher auf körperliche und seelische Belastungen. Dadurch kann leichter ein Kreislauf aus Anspannung, Schlafstörungen und Erschöpfung entstehen.

Warum das Nervensystem jetzt eine Schlüsselrolle spielt
Chronischer Stress aktiviert den Sympathikus: den Teil unseres vegetativen Nervensystems, der den Körper auf Leistung, Wachsamkeit und schnelles Handeln vorbereitet. Kurzfristig ist das sinnvoll. Bleibt dieser Zustand jedoch über längere Zeit bestehen, fällt es dem Körper zunehmend schwer, in den Regenerationsmodus umzuschalten.

Der Parasympathikus, unser „Ruhe- und Erholungsnerv“, wird weniger aktiv. Schlaf wird oberflächlicher, die Erholung bleibt aus und viele Beschwerden der Perimenopause werden intensiver wahrgenommen. Deshalb reicht es häufig nicht aus, nur auf Ernährung oder Bewegung zu achten. Ebenso wichtig sind regelmäßige Phasen, in denen das Nervensystem Sicherheit, Ruhe und Entspannung erlebt.

Genau hier kommt das ins Spiel, was der Ayurveda als Akasha/ Raum beschreibt.

Raum als Gesundheitsprinzip
Im Ayurveda steht Akasha für Weite, Offenheit und die Möglichkeit, dass etwas Neues entstehen kann.
Man muss dieses Konzept nicht wörtlich übernehmen, um seinen Wert zu erkennen. Es erinnert uns daran, dass Gesundheit sowohl Aktivität als auch Regeneration braucht. Ohne Pausen fehlt unserem Körper die Möglichkeit, sich anzupassen, zu reparieren und neue Kraft zu schöpfen.

Raum bedeutet zum Beispiel:
• Zeit ohne permanente Reize
• bewusste Atempausen
• ausreichend Schlaf
• kleine Inseln der Erholung im Alltag
• Zeit für Reflexion statt dauerhaftem Funktionieren

Gerade in einer Lebensphase des Wandels kann dieser innere Raum helfen,

Veränderungen bewusster wahrzunehmen und gelassener mit ihnen umzugehen.

Ayurveda und moderne Medizin ergänzen sich
Aus ayurvedischer Sicht beginnt mit den Wechseljahren eine Lebensphase, in der das Vata-Dosha stärker in den Vordergrund tritt. Typische Eigenschaften sind mehr Bewegung, Veränderung, Sensibilität und manchmal auch innere Unruhe. Interessanterweise beschreiben Ayurveda und moderne Medizin ähnliche Erfahrungen mit unterschiedlichen Modellen. Während Ayurveda von einer Zunahme der Vata-Qualitäten spricht, erklärt die moderne Medizin diese Veränderungen über hormonelle Prozesse und deren Auswirkungen auf Gehirn und Nervensystem.
Beide Perspektiven müssen sich nicht widersprechen.

Im Gegenteil: Sie können sich sinnvoll ergänzen und Frauen dabei unterstützen, ihre Beschwerden besser zu verstehen und ganzheitlich mit ihnen umzugehen.

Fünf kleine Rituale für mehr Raum

  1. Bewusst atmen
    Schon fünf Minuten langsames, ruhiges Atmen können den Parasympathikus aktivieren – den Teil unseres Nervensystems, der für Erholung und Regeneration zuständig ist.
  2. Digitale Ruhezeiten
    Eine bildschirmfreie Stunde vor dem Schlafengehen reduziert äußere Reize und unterstützt einen gesunden Schlafrhythmus.
  3. Warme Selbstfürsorge
    Die ayurvedische Selbstmassage mit warmem Öl (Abhyanga) wird traditionell eingesetzt, um innere Unruhe zu lindern. Gleichzeitig erleben viele Frauen Berührung als wohltuend und regulierend für das Nervensystem.
  4. Stille zulassen
    Nicht jede freie Minute muss gefüllt werden. Manchmal entsteht Klarheit genau dann, wenn wir aufhören, ständig neuen Input aufzunehmen.
  5. Freiräume im Kalender
    Auch äußere Freiräume wirken auf unser inneres Erleben. Ein Termin weniger kann manchmal mehr bewirken als eine weitere Optimierungsstrategie.

Fragen zur Selbstreflexion
Vielleicht möchten Sie sich heute einmal fragen:
• Wo fühlt sich mein Alltag gerade eng an?
• Wann erlebe ich Momente von Ruhe und Weite?
• Welche Verpflichtungen darf ich neu bewerten?
• Was braucht mein Körper in dieser Lebensphase wirklich?
• Wofür möchte ich wieder mehr Raum schaffen?

Fazit
Die Perimenopause ist weit mehr als eine hormonelle Umstellung. Sie ist eine Phase der Neuorientierung, in der Körper, Geist und Identität sich neu sortieren. Die moderne Medizin zeigt uns, wie eng Hormone, Gehirn und Nervensystem miteinander verbunden sind. Ayurveda ergänzt diese Sichtweise um eine wertvolle Erinnerung: Gesundheit braucht nicht nur Aktivität, sondern ebenso Regeneration, Ruhe und Raum.

Vielleicht beginnt Ihr Weg zu mehr Wohlbefinden deshalb nicht mit noch mehr To-do-Listen, sondern mit einer einfachen Frage: Wo darf in meinem Leben wieder mehr Raum entstehen?

Vielleicht beginnt Veränderung nicht damit, noch mehr zu leisten. Vielleicht beginnt sie damit, sich selbst wieder zuzuhören. Denn manchmal ist der wichtigste Schritt nicht, mehr zu tun, sondern sich selbst wieder Raum zu geben.
Wenn Sie spüren, dass Ihr Alltag gerade zu eng geworden ist, beginnen Sie mit einer kleinen Atempause und beobachten Sie, was sich verändert.

Wenn Sie sich wünschen, diesen Weg nicht allein zu gehen, begleite ich Sie gerne. In meinem Coaching verbinde ich aktuelle Erkenntnisse der Frauen- und Hormonmedizin mit den ganzheitlichen Ansätzen des Ayurveda. Gemeinsam schaffen wir Raum für Regeneration, Klarheit und neue Energie. Damit Sie Ihren eigenen Weg durch die Perimenopause mit mehr Vertrauen und Leichtigkeit gehen können.https://www.stefanie-schwarz.de/jetzt-buchen/

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